Qualitätsprogramm

Levana: “Ich nehme dich mit all deinen Eigenschaften an!”

Gliederung:

1. Evaluation des auslaufenden Qualitätsprogramms
2. Grundgedanken zur QP-Fortschreibung
2.1 Thematisches Grundverständnis
2.2 Evaluation
3. Kooperation
4. Fortbildung
5. Zeitleiste
6. Arbeitsplan

Bezug: Schreiben des MBFJ vom 04.03.2005 (Az.: 948 B ” 51 115/07 (4)

1. Evaluation des auslaufenden Qualitätsprogramms
In der Gesamtkonferenz am 16.01.2003 wurde das Kollegium theoretisch in das Thema: “Qualitätsentwicklung / Qualitätsprogramm” eingeführt und eine Steuerungsgruppe namentlich eingesetzt. Hierin sind Kolleginnen und Kollegen aus allen Stufen vertreten. Die Steuerungsgruppe erstellte zur Entwicklung eines Qualitätsprogramms einen Fragebogen mit Vorschlägen zu verschiedenen Themenbereichen.

Hieraus wählte das Kollegium in einer pädagogischen Konferenz am 17.02.2003 mehrheitlich das Thema “Bewegtes Lernen” aus.

Die Konferenz beschloss einstimmig, das Thema: “Bewegtes Lernen” im Unterricht und in der Pausengestaltung für das Qualitätsprogramm der nächsten zwei Jahre.

In Gruppenarbeit wurden Vorschläge und Möglichkeiten der Angebotserweiterung im Hinblick auf mehr Bewegung in der Pause erarbeitet und beschlossen, kurzfristig Fußball und Boule regelmäßig einmal pro Woche anzubieten. Boule wurde von einer Kollegin regelmäßig angeboten und von einigen Schülern gerne angenommen. Fußball wurde auf einer Wiese außerhalb des Schulhofes von zwei Kollegen angeboten, allerdings nach wenigen Malen eingestellt, da dort die Baumaßnahmen für den Anbau der Don-Bosco-Schule begannen.

Auf einer Konferenz am 20.03.2003 wurde das Kollegium von Mitgliedern der Steuerungsgruppe theoretisch und praktisch in das Thema “Bewegtes Lernen im Unterricht” eingeführt. Jeder Kollege konnte sich im Vorfeld mit einer theoretischen Einführung in die Thematik vertraut machen. In der Konferenz wurden die Funktionen der rechten und linken Gehirnhälfte erläutert und gemeinsam Übungsbeispiele aus der “Gripsgymnastik” ausgeführt. Anschließend machten die Kolleginnen und Kollegen in Kleingruppen eigene praktische Erfahrungen mit “Bewegtem Lernen”, indem sie verschiedene Stationen mit Übungen aus den Bereichen Lesekurs und Rechenkurs bearbeiteten. Zum Abschluss füllten die Kolleginnen und Kollegen einen Fragebogen zur Erhebung des Ist-Standes rund um den Bereich “Bewegtes Lernen” aus, der nach zwei Jahren evaluiert wurde (s.u.). Ferner wurde beschlossen, dass in einer Konferenz bis zum Jahresende jede Stufe anhand eines praktischen Beispiels den Kollegen zeigt, wie sie “Bewegtes Lernen” in ihrem Unterricht umsetzt.

Auf der Konferenz am 08.05.2003 stimmte das Kollegium dem ersten Qualitätsprogramm einstimmig zu und es wurde zum Ende des Schuljahres 2002/03 der Schulaufsicht vorgelegt.

Die Erfahrungen im eigenen Umgang mit dem Qualitätsprogramm sowie der Erfahrungsaustausch mit Kollegen in regionalen Steuergruppen und die Rückmeldungen von Herrn Justrie machten deutlich, dass es sinnvoll ist, sich kleine Ziele zu setzten, die Aufgabenstellungen zeitlich festzulegen und die Vorgehensweise transparent zu machen.

Daraufhin beschloss das Kollegium, den Fokus auf das Thema “Bewegtes Lernen” im Unterricht zu legen und die Überlegungen zur Pausengestaltung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Gemäß der im Qualitätsprogramm dargestellten und geplanten weiteren Vorhaben,

Auf der Konferenz am 08.03.2005 wurde seitens des Kollegiums der Wunsch und die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, das Thema “Bewegtes Lernen” zu intensivieren. Es sind noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft, die zu einer optimalen Umsetzung des Qualitätsprogrammes beitragen können. Dies betrifft insbesondere

- das Erstellen einer “Medienbörse”
- das Dokumentieren bewährter Unterrichtsbeispiele auf Karteikarten (Ideenbörse)
- die Mitarbeit der Eltern
- die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler
-die Dokumentation (Arbeitspläne)
- die Pausen(hof)gestaltung

Folglich beschloss die Gesamtkonferenz einstimmig, das schuleigene Qualitätsprogramm “Bewegtes Lernen” fortzuschreiben und um den Punkt “Bewegung statt Langeweile in der Pause” zu erweitern.

2. Grundgedanken zur QP-Fortschreibung
Im März 2005 beschloss die Gesamtkonferenz, das Thema: Bewegtes Lernen (BL) in der Levana-Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler im neuen Qualitätsprogramm (QP) mit folgenden 2 Schwerpunkten fortzuschreiben:

1. Erarbeiten eines konkreten Arbeitsplans,
2. Erweiterung des Themas i.S. einer aktiveren Pausengestaltung:

“Bewegung statt Langeweile in der Pause!”Nach Wechsel der Schulleitung zu Beginn des Schuljahres 2005/06 tagte die Steuerungsgruppe der Schule mehrfach, um sich hinsichtlich der thematischen Schwerpunktsetzung und seiner Darstellung im QP neu zu orientieren und einen schulinternen Studientag zur Erarbeitung eines schuleigenen Arbeitsplanes zum Thema: BL vorzubereiten und noch vor den Herbstferien durchzuführen.

Der Steuerungsgruppe gehören 6 Personen an: 2 Pädagogische Fachkräfte, 2 Förderschullehrerinnen und die beiden Schulleitungsmitglieder.

Es wurden 5 Themenschwerpunkte für die Gruppenarbeit festgelegt, jede Lp. konnte ihr Gruppenthema wählen, die Grundstruktur des Arbeitsplanes wurde in Form eines vorbereiteten Arbeitsblattes (Was”, Wie”, Womit”, Warum”, Wo/Wann”, Wer”) vorgegeben (vgl. Arbeitsplan im Anhang).

2.1 Thematisches Grundverständnis
Bewegtes Lernen (BL) ist kein Selbstzweck.

BL soll als Unterrichtsmethode verstanden werden als

  • Zusätzliche Motivation zum Lernen (- nicht immer nur still hocken i.S. des “Papier-Bleistift-Unterrichts”, keine einseitige Beanspruchung, positive Stimmung durch vielfältige Bewegungsformen bei Sch. und Lp. ),
  • Unterstützung des Lernens (mehrsinnige Erfahrungen, Anschaulichkeit, Handeln und Begreifen, Abstraktionsstufen, Variation von Übungen, höhere Gedächtnisleistung”),
  • Hinführung zu mehr Eigenständigkeit, Selbsttätigkeit und Intention ( - nicht nur abwarten, es sich bequem machen, sondern Initiative zeigen”),
  • als Grundlage und Voraussetzung jeden Lernens (Stichworte: Sensomotorik, Sensorische Integration, Psychomotorik),
  • Förderung der Gesundheit und Fitness (Durchblutung, Immunsystem, Kalorienverbrauch”),
  • Beitrag zu einer höheren Arbeitszufriedenheit der Lehrperson selbst durch ihre vielseitigen, ideenreichen, kreativen Lernangebote und ein entsprechendes Schüler-Feedback.

Im Arbeitsplan (vgl. Anhang) werden 5 Schwerpunkte zum Bereich BL behandelt:

  1. Bewegtes Lernen im GU (exemplarische Darstellung ausgewählter Unterrichtsthemen anhand vorliegender Rahmenpläne),
  2. Bewegtes Lernen in Kursen (Vermittlung von Kulturtechniken) in der Unter- und Mittelstufe (Übungsbeispiele zur Zuordnung, Formgebung, Wahrnehmung),
  3. Bewegtes Lernen in Kursen (Vermittlung von Kulturtechniken) in der Ober- und Werkstufe (Übungsbeispiele zur Zuordnung, Formgebung, Wahrnehmung),
  4. Rhythmisierung des Unterrichts (Bewegungs- und Ruhephasen, Stille erfahren),
  5. Pausenhofgestaltung: - passive Angebote (Spielgeräte und -materialien) und - aktive Angebote (Anleitung durch Lehrpersonen, Organisation, Absprache).

Der in arbeitsteiligen Gruppen von allen Kollegen erstellte Arbeitsplan soll im Rahmen des Qualitätsprogramms Hilfestellung, Erinnerung, Ideen- und Materialsammlung und Unterrichtsrepertoire zur Förderung des BL an der Levana-Schule für die nächsten zwei Jahre und darüber hinaus sein.Noch zu planende Projektwochen oder ein Schulfest in den nächsten beiden Jahren sollen den Bereich des BL berücksichtigen.

2.2 Evaluation
Da der Arbeitsplan schulintern durch das Lehrerkollegium, ohne einen Fachreferenten o.ä. und nach selbst gewähltem Themenschwerpunkt in der jeweiligen Gruppenarbeit entwickelt wurde, sind gute Voraussetzungen für eine Identifikation der ein elnen Lehrperson mit dem Thema gegeben.

Die Rückmeldungen zum Studientag waren ausnahmslos positiv, die Arbeit am Arbeitsplan wurde als effektiv erlebt, für einzelne Gruppen wurden weitere Besprechungen geplant.

Der hier dargestellte Arbeitsplan (Grobplanung) bildet eine geeignete Grundlage für die Planung und Evaluation des Unterrichts in den einzelnen Klassen, Kursen und Arbeits-/ Neigungsgruppen. Es bedarf aber einer weiteren Konkretisierung in Form einer Feinplanung durch die einzelne Lehrperson für ihren Unterricht in ihrer jeweiligen Lerngruppe.

Hinsichtlich einer eher quantitativen Evaluation (input-orientiert) sind halbjährliche Evaluationskonferenzen (Zeitpunkt: Zeugniskonferenzen) geplant, in denen jede Lp. ihre unterrichtlichen Bemühungen anhand ihrer Feinplanung und die erreichten Ergebnisse (exemplarische Berichte von Sch.) darstellen soll. Die gesammelten Erfahrungen werden, soweit noch nicht berücksichtigt, in den Arbeitsplan eingearbeitet.

Zusätzlich soll eine Sammlung von Karteikarten mit Vorschlägen und konkreten Hinweisen, Medien, Fotos usw. entstehen, die jeder Lp. zur Einsicht im Lehrerzimmer zur Verfügung steht (vgl. Kooperation).

Im Sinne einer qualitativen Evaluation (output-orientiert) sind mit Bezug auf das BL thematische Schülerbefragungen für 11/2005 und 06/2006 in Form von Interviews geplant.

Zusätzlich sollen 8 ausgewählte Schülerinnen und Schüler (je 2 aus einer Stufe) an einem Tag/je Monat während der Hofpause hinsichtlich einer möglichen Verhaltensänderung im Sinne des BL systematisch beobachtet werden.

Gerade beim BL muss auf das Phänomen des versteckten Lernens (”hidden curriculum”) hingewiesen werden. Auch in der Werkstufe können Methoden des BL die Schülerinnen und Schüler sinnvoll auf die Arbeitswelt vorbereiten, in der längere Konzentrationsphasen, ggf. bei nur geringer bzw. monotoner Bewegungsanforderung verlangt werden. Im Sinne einer außerschulischen Kooperation wären dahingehend Gespräche mit Arbeitgebern, insbesondere der WfbM notwendig.

3. Kooperation
Schon in den beiden zurückliegenden Schuljahren haben sich im Verlauf der Qualitätsarbeit Verbesserungen in der Kooperation des Kollegiums gezeigt (Bsp.: Schuleigener Videofilm mit Unterrichtsdarstellungen einzelner Lp., mehrere pädagogische Konferenzen zum Thema, schulinterner Studientag mit praktischen Übungen).

Weitere Maßnahmen zur Förderung der Kooperation in der Schule sind geplant:

  1. Transparenz der GU-Themen in den einzelnen Stufen und Klassen:
  2. Fortführung durch Aushang von Informationen, Fotos usw.,
  3. Ansprechpartnerin für spezielle Fachfragen zum BL: Frau FöL´ M. Meyerhoff,
  4. “Medienbörse” als Sammlung von Medien und Übungsbeispielen im gemeinsamen Flurbereich der Unter- und Mittelstufenklassen, der Oberstufenklassen und der Werkstufenklassen,
  5. Karteikartensammlung im Lehrerzimmer: Lernstationen mit Übungen, Medien/Materialien und Fotos (IT-Sicherung),
  6. wöchentlich festgelegte Bewegungszeite